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Einblicke

Aktuelles von den Pflegenden Angehörigen

Treffen der Gesprächsgruppenleiterinnen (24.6.2010)

Am 24. Juni 2010 folgten viele der in ganz Oberösterreich tätigen ehrenamtlichen Gesprächsgruppenleiterinnen der Einladung der Servicestelle Pflegende Angehörige zum Abschlusstreffen des Arbeitsjahres. Dieses Treffen hat eine langjährige Tradition und dient vor allem dem Erfahrungsaustausch der Gesprächsgruppenleiterinnen. Aber auch aktuelle Entwicklungen und Informationen, die für pflegende Angehörige relevant sind, werden besprochen. So wurde auch auf das neue Veranstaltungsangebot "P.A.U.L.A." hingewiesen. P.A.U.L.A. ist ein Kurs für Angehörige demenzerkrankter Menschen und wird seit Mai von der Servicestelle Pflegende Angehörige zu unterschiedlichen Terminen angeboten. Der nächste Kurs startet am 21. Juli 2010.

Heuer fand das Treffen in St. Isidor, Leonding, statt. Mag. Stefan Pimmingstorfer führte durch das Gelände und vermittelte einen tieferen Einblick in den großen Arbeitsbereich der Caritas für Menschen mit Behinderungen.

Der gemütliche Nachmittag, der auch eine Wertschätzung für die wichtige Arbeit der Gesprächsgruppenleiterinnen darstellt, klang mit Kaffee und Brötchen aus.

 

Vertraut und dennoch fremd - 28.5.2010

Unter dem Motto "Vertraut und dennoch fremd" wurde in der "Langen Nacht der Kirchen" am 28.5.2010 in der Hauskapelle des Seniorenwohnhauses Karl Borromäus den pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenzerkrankung eine Stimme gegeben.

In der von der Servicestelle Pflegende Angehörige und dem Seniorenwohnhaus Karl Borromäus gemeinsam organisierten Veranstaltung las Johanna Strasser Lötsch die sehr berührenden, von betroffenen Menschen geschriebenen Texte. Diese brachten die Sorgen und Nöte pflegender Angehöriger von an Demenz erkrankten Menschen  humorvoll und nüchtern, schlicht und dramatisch zum Ausdruck.
Das Duo  "FolkStrings" mit Walter Schindlbauer und Erwin Stürmer begleitete mit Gitarre, Gesang und Violine die gelungene Veranstaltung musikalisch und trug wesentlich zum sehr gehalt- und eindrucksvollen Abend bei.

Die BesucherInnen zeigten sich nicht nur von der Veranstaltung beeindruckt, sondern auch von dem wunderschönen Kirchenraum der Kapelle des Seniorenwohnhauses Karl Borromäus.

 

Hilfe fand ich in der Gesprächsgruppe!

Als pflegende Angehörige einer hoch betagten, demenziell erkrankten Mutter hat mir mein Arzt nahegelegt, Unterstützung in einer Gruppe von Gleichbetroffenen für mich zu holen. Er nennt mir ein gut geführtes Angehörigentreffen, in der ich sicherlich "gut aufgehoben" sei, wie er meint. Die Überforderung in der Pflege ist schon spürbar und so entscheide ich mich vorerst für einen "Schnupperabend", um mich zu überzeugen, dass diese Treffen für mich in meiner knappen Freizeit nicht noch ein zusätzlicher Termin für ein Plauderstündchen werden. Mein Anspruch ist, wieder reflektierter und freier in den Pflegealltag zu gehen.

Die Atmosphäre in dieser kleinen Gruppe ist ungezwungen. Sie besteht meist aus vier bis sieben Betreuenden und zwei Mitarbeiterinnen, die sich in ihrer Art und in ihren sozialarbeiterischen und medizinischen Kompetenzen bestens ergänzen und die Gruppe behutsam anleiten. Gegebenenfalls werden wir Pflegenden auch ermutigt und unterstützt, noch andere Dienstleistungen für pflegende Angehörige in Anspruch zu nehmen.

Es ist spürbar, dass in dieser gut strukturierten Gruppe auf respektvolles Umgehen miteinander wert gelegt wird. Liebevoll ist auch die Mitte unseres Kreises mit Blumen oder nach der Jahreszeit entsprechenden Symbolen gestaltet. Die Gespräche haben Tiefe und die Atmosphäre ist locker und humorvoll. Es gibt keine Wertung, auch wenn "Peinliches" oder Belastendes aus dem Pflegealltag angesprochen wird. Emotionen, Freude, Wut und Tränen haben Platz. In diesem großen Erfahrungs-Austausch  kann ich auch meine Mutter immer wieder neu entdecken und die Beziehung zu ihr sogar als Bereicherung sehen.

Dieser regelmäßige Wissenstransfer, diese unterschiedlichen Sichtweisen tragen dazu bei, dass scheinbar unlösbare Probleme nicht "kultiviert" werden. Mitunter dient auch Humor als "Burn-out Schutz".  Es ist viel Kraft spürbar. Vielleicht, weil nicht energieraubend gejammert wird. Verbundenheit ist zu spüren, weil trotz gemeinsamer Probleme unsere Individualität gewahrt bleibt. 

Eine liebenswerte Geste "nach der Runde" ist die Einladung zur "Agape". In kürzester Zeit wird ein Tisch mit Imbiss und Getränken gedeckt und es bleibt uns frei, ob wir noch den Abend bei gutem Wein ausklingen lassen wollen.

Eine willkommene Abwechslung stellen auch die Treffen vor Weihnachten und vor der Sommerpause dar, die einfallsreich gestaltet werden. Von der Turmbesteigung des Doms bis zu überraschenden Ausflügen wird der Kreativität freier Lauf gelassen.

Kürzlich ist meine Mutter verstorben und ich besuche unsere Runde noch, um über meinen Verlust zu sprechen und über das Gewesene zu reflektieren. So darf ich nochmals Zugang zu meinem Schmerz bekommen und zu dem, wie sich das Leben gerade ausdrückt.

Somit lasse auch ich die gemeinsamen Abende  "ausklingen". Zurück bleibt nun das Gefühl, in einer Gruppe gut aufgehoben gewesen zu sein.  

Danke!

Marianne

"Zeit für mich, Zeit für dich!"

Pflegende Angehörige sind einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt und stellen dabei allzu oft ihre eigenen Bedürfnisse hinten an. Dass eine Unterbrechung des Alltäglichen aber Vergnügen bereiten kann und Kraft spendet, davon konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Abend für pflegende Angehörige am 20. April in der Bibliothek der Pfarre Garsten selbst überzeugen. Marlene Mayr, Leiterin der Servicestelle Pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege, zeigte eine bunte Palette an Möglichkeiten auf, sich selbst gut zu sein.

"Schüttelt es ab, lasst den Alltag hinter euch!", so die Ansage zu einer Gestik beim Tanz
"Swingin", der bei allen TänzerInnen heiteres Gelächter auslöste. Neben Tanzen standen aber auch Singen, Massieren oder Meditieren am Aktiv-Programm. Die Botschaft des Abends lautete klar: "Wenn es mir gut geht, dann geht es gut". Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten 
eine Handvoll selbst erprobter Anregungen mit nach Hause nehmen.

Der Abend wurde vom "Fachausschuss Caritas - Soziales - Dritte Welt" der Pfarre Garsten in Kooperation mit der RegionalCaritas Steyr-Land und der Servicestelle für Pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege  veranstaltet.

Zuhören und verstehen

Foto (v.l.): Karin Dallinger, Caritas-Gesprächsgruppenleiterin Grieskirchen, Margarete Kemptner, Regionalleiterin Mobile Familien- und Pflegedienste der Caritas, Marlene Mayr, Leiterin Servicestelle Pflegende Angehörige, Mag. Martin Eilmannsberger, Servicestelle Pflegende Angehörige, Direktor Georg Loimayr, Direktor der Sparkasse Grieskirchen. Foto: Caritas.

Sparkasse Grieskirchen unterstützt regionale Caritas-Angebote für pflegende Angehörige

(10.2.2010) Georg Loimayr, Direktor der Sparkasse Grieskirchen überreichte am 8.2.2010 einen Scheck über 1.500 Euro an Marlene Mayr, Leiterin der Servicestelle für pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege. Die Spende kommt aus dem Regionalfonds der Sparkasse OÖ. und unterstützt die regionalen Angebote im Bezirk Grieskirchen für pflegende Angehörige.

Karin Dallinger und Erika Pointner begleiten im Bezirk Grieskirchen seit neun Jahren pflegende Angehörige in Gesprächsgruppen der Caritas: "Zehn bis 15 Teilnehmerinnen besuchen unsere Treffen, die einmal im Monat im Kompetenzzentrum der Caritas für Betreuung und Pflege in Grieskirchen stattfinden. Es ist wichtig für diese Menschen, dass sie Gesprächspartnerinnen haben, die sie verstehen, weil sie sich in einer ähnlichen Situation befinden", betont Dallinger. "Wir freuen uns immer über neue Gesichter, so entsteht eine positive Dynamik."

Seit zwei Jahren gibt es auch in Gaspoltshofen eine Gesprächsgruppe, die von Berti Gaubinger und Aloisia Schön begleitet wird. Die ehrenamtlichen Leiterinnen erleben immer wieder, wie wichtig der Austausch für die Betroffenen ist: "Ich bin jeden Tag auf mich alleine gestellt. In der Gruppe kann ich mich mit Leuten austauschen, die die gleichen Erfahrung machen - das stärkt mich und baut auf", so eine Teilnehmerin.

80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Österreich werden von ihren Angehörigen zu Hause betreut und gepflegt. Ohne diesen "größten Sozialdienst" wäre die häusliche Pflege weder aus finanzieller noch aus organisatorischer Sicht zu bewerkstelligen. Für pflegende Angehörige bedeutet die Übernahme der Pflege aber häufig gravierende Veränderungen: Neben der schwierigen Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sind sie oftmals vor finanzielle und/oder organisatorische Hürden gestellt und starken psychischen Belastungen ausgesetzt. Nicht wenige Pflegende erbringen seit vielen Jahren (die durchschnittliche Pflegedauer liegt derzeit bei 7,5 Jahren) den Dienst am Nächsten bei teils sehr hohen Pflegestufen und stellen dabei ihre eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund. Soziale Kontakte nehmen ab. Isolation und Einsamkeit sind oftmals die Folge.

Hier greifen die Angebote der Servicestelle für pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege:  psychosoziale Beratungen (seit 2007 werden sie auch im Kompetenzzentrum der Caritas in Grieskirchen angeboten), Gesprächsgruppen, Erholungstage und Veranstaltungen bieten diesen Menschen Orientierung, Kraft, Hilfe und Informationen, um ihren Alltag besser zu meistern.

Gesprächsgruppen für pflegende Angehörige:

Grieskirchen:
Jeden letzten Dienstag im Monat, 20 Uhr
Kompetenzzentrum der Caritas für Betreuung und Pflege, Grieskirchen
Information: Tel.: 0676/8776 2440, E-Mail: pflegende.angehoerige@caritas-linz.at

Psychosoziale Beratung für pflegende Angehörige:
Kompetenzzentrum der Caritas für Betreuung und Pflege, Grieskirchen
Tel. 0676/8776 2441, E-Mail: martin.eilmannsberger@caritas-linz.at

Gaspoltshofen:
Jeden zweiten Mittwoch im Monat, 20 Uhr
Pfarrheim Gaspoltshofen
Information: Tel.: 0676/8776 2440, E-Mail: pflegende.angehoerige@caritas-linz.at

Windhaag: Auszeit für pflegende Angehörige (16.1.2010)

v.l.: Marlene Mayr, Servicestelle Pflegende Angehörige, Ernestine Bröslmeier, Gesunde Gemeinde, Gerda Steinecker, Leiterin FA Sozialcaritative Dienste, und Bürgermeister Erich Traxler

25 Personen, die zu Hause Angehörige pflegen und betreuen, folgten am 16.1.2010 der Einladung des Fachausschusses Sozialcaritative Dienste. Im Pfarrheim Windhaag erlebten sie einen interessanten und geselligen Nachmittag, den die Leiterin der Servicestelle Pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege, Marlene Mayr, gestaltete.

Neben Informationen zu den Angeboten der Caritas speziell für pflegende Angehörige bot der Nachmittag mit Tänzen, Liedern und einer Meditation Entspannung und Erholung von der alltäglichen Pflegearbeit.

11 Jahre Servicestelle Pflegende Angehörige

GEWACHSEN IN ALL DEN JAHREN

Am 11. November 2009 feierte die Servicestelle Pflegende Angehörige ihr 11 Jähriges Bestehen. Gemeinsam mit 40 aktiven und 30 ehemaligen GesprächsgruppenleiterInnen, mit Gästen aus der Politik, mit KooperationspartnerInnen und mit KollegInnen der Caritas in OÖ wurde auf die Anfänge und auf das Erreichte zurückgeschaut. Sehr erfreulich ist, dass durch die gemeinsame Arbeit von haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen die Anliegen Pflegender sichtbar gemacht wurden und ein differenziertes Unterstützungsangebot für sie entwickelt werden konnte. Eines dieser Angebote ist jenes von Gesprächsgruppen. Die Bedeutung dieser Gruppen wurde in einer Studie mit der Fachhochschule Linz kürzlich untersucht. Die Ergebnisse bestätigen einen sehr hohen Nutzen für die Betroffenen, für die dabei der Austausch und die Psychohygiene im Vordergrund stehen.

Musikalisch umrahmt wurde die feierliche Veranstaltung vom Caritas-Chor unter der Leitung von Johanna Strasser-Lötsch. Kabarettist Bernhard Mühlbachler vom Landesverband für Amateurtheater begeisterte mit seiner Vorstellung das Publikum.

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Servicestelle für Pflegende Angehörige
Bethlehemstraße 56 - 58
4020 Linz

Erreichbarkeit:
Mo - Fr: 8:00 - 12:00 Uhr
Mo: 14:00 - 16:00 Uhr

Tel. 0676/8776 - 2440
email

Standort Zwettl
Niedergarten 7
4180 Zwettl
Tel. 0676/8776 - 2443
email