Einblicke
Aktuelles von den Pflegenden Angehörigen

- Die TeilnehmerInnen der 10. Erholungstage für pflegende und betreuende Angehörige in Windischgarsten.
10 Jahre Erholungstage für pflegende und betreuende Angehörige (09.11.2011)
Zehn Jahre ist es her, dass Sophia Palkoska von der Servicestelle Pflegende Angehörige der Caritas die "Blauen und die Grauen Tage" ins Leben rief. Insgesamt 150 Menschen, die zu Hause ihre Familienmitglieder pflegen und betreuen, konnten in den letzten zehn Jahren bei den Erholungstagen in Windischgarsten ausspannen und neue Kraft tanken.
"Ich hab so viel lachen können, ich weiß gar nicht mehr, ob mein Muskelkater vom Wandern oder vom Lachen kommt", sagt eine Teilnehmerin der diesjährigen Erholungstage. Diese fanden von 16. bis 20. Oktober im Hotel Lavendel in Windischgarsten statt. Bei strahlend schönem Herbstwetter ging es für die TeilnehmerInnen u.a zum Gleinkersee und auf den Wurbauer Kogel. Während der Wanderungen wurden viele entlastende Gespräche geführt, aber auch Humor und Spaß kamen nicht zu kurz. Schon am Morgen entspannten sich die ersten TeilnehmerInnen im Hallenbad und bei der Morgengymnastik. Nach dem Frühstück begannen die unterschiedlichsten Aktivitäten. Es wurde gewandert und geplaudert, gelacht und gesungen.
An einem Nachmittag kamen alle Angehörige kostenlos in den Genuss einer Shiatsu Massage. "Die Masseurinnen Christina und Elfriede schenkten uns einen sozialen Tag, der dankbar angenommen wurde", berichtet Marlene Mayr von der Servicestelle Pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege, die gemeinsam mit einer ehrenamtlichen Gesprächsgruppenleiterin die Erholungstage begleitet hat. "Wir sind in den Genuss des Verwöhntwerdens gekommen, haben Zeit für uns selbst gehabt und lernten Abschalten und Loslassen von unseren Pflegesituationen zu Hause", zeigt sich eine Teilnehmerin dankbar.
Mit einem Glas Sekt wurde auf 10 Jahre Erholungstage in Windischgarsten angestoßen. Viele Fotos wurden gemacht, angeschaut und zur Erinnerung mit nach Hause genommen. "Das muss ich meinem Mann zeigen, der glaubt mir nie, dass ich da dabei war", so eine andere Teilnehmerin. Die gute Stimmung hielt bis zum Schluss an, jede Minute wurde ausgekostet und mit Unternehmungen gefüllt, die während des Pflegealltags nie oder nur selten begangen werden können.
Für pflegende Angehörige sind die "Blauen und die Grauen Tage" eine Woche, in der sie aus dem anstrengenden Pflegealltag aussteigen und dabei Kraft und Energie tanken können.
Berührende Lesung aus dem Buch "Alter Vogel, flieg!" (11.10.2011)

- Autorin Bärbel Danneberg berührte die Zuhörer.

- Von links: Pianist Gottfried Schmid, Autorin Bärbel Danneberg, Marlene Mayr, Caritas-Direktor Mathias Mühlberger, Dr.in Christine Haiden.
Ungeschönt, berührend aber auch mit einer Portion Humor beschreibt die gelernte Krankenschwester und Journalistin Bärbel Danneberg in Tagebuchform die Betreuung und intensive Pflege ihrer demenzkranken Mutter. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Elisabethinen-Ort der Begegnung" las Bärbel Danneberg am 11. Oktober aus ihrem Buch "Alter Vogel, flieg!". Der Festsaal war beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt und die BesucherInnen zeigten sich von der Lesung und vom Interview, das Dr.in Christine Haiden mit der Autorin führte, beeindruckt.
"75.000 Menschen sind in Oberösterreich pflegebedürftig, 80 Prozent werden von Angehörigen betreut und das zu 80 bis 90 Prozent von Frauen", informierte Caritas-Direktor Mathias Mühlberger in seinen einleitenden Worten. "Sie leisten einen wertvollen Dienst und wir müssen alles dafür tun, um ihnen Unterstützung zu gewährleisten."
Im Interview mit Dr.in Christine Haiden erzählte Danneberg sehr ehrlich von der Pflege ihrer Mutter. In der teilweise sehr schwierigen und anstrengenden Zeit halfen ihr der enge Kontakt zur Familie, die Unterstützung ihres Mannes und auch die Gesprächsgruppe für pflegende Angehörige sowie eine Tagesbetreuungsstätte. "Ich musste lernen, was sich in meiner demenzkranken Mutter abspielt und es war wichtig, nicht alles persönlich zu nehmen. Trotz aller Schwierigkeiten, bin ich unendlich dankbar für die intensiven letzten Jahre, die ich mit meiner Mutter verbringen durfte", so Danneberg. Als große Stütze in den vier Jahren der Pflege empfand sie die Gesprächsguppe, in der sie sich mit anderen Betroffenen austauschen konnte. Gewünscht hätte sie sich eine Entlastung in den durchwachten Nächten und auch die Möglichkeit, eine längere Auszeit nehmen zu können.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung auf sehr einfühlsame Weise von Gottfried Schmid am E-Piano. Interessante Gespräche ergaben sich bei der Agape. Im Anschluss an die Lesung konnte man auch das Buch von Bärbel Danneberg kaufen.
Zeit für G'schichten und G'schichtln (10.10.2011)
Gespannt lauschten die ZuhörerInnen den heiteren Geschichten, die von Magda Froschauer und Reinhard Waldhäusl gekonnt vorgetragen wurden. Im Rahmen der Vorleseaktion der Caritas wurde diese Lesung von der Servicestelle Pflegende Angehörige und vom kbw im Pfarrheim Zwettl organisiert.
Begeistert folgte das Publikum, darunter auch BewohnerInnen des Betreubaren Wohnens der Caritas für Betreuung und Pflege, den G'schichten und g'schichtln. Musik, Kaffee und Kipferl rundeten den entspannten Nachmittag ab.
Auszeichnung zur Heldin des Tages (Leonding, 11.9.2011)

- Quelle: cityszene.at
Im Rahmen der Gesundheitsmesse Leonding wurde Rosemarie Kurka von der Gemeinde Leonding als "Held(in) des Alltags" ausgezeichnet.
Sie ist seit 13 Jahren in "Sachen pflegender Angehöriger" tätig: Rosemarie Kurka hat einen großen Beitrag dazu geleistet, dass Pflegende eine Stimme bekommen haben und dass die Anliegen Pflegender gehört werden. Die Servicestelle für pflegende Angehörige der Caritas wurde durch ihren Elan und ihre Tatkraft auf die Beine gestellt.
Den Treffpunkt für betreuende und pflegende Angehörige in der Pfarre Leonding - St. Johannes begleitet sie seit 8 Jahren.
"Was Rosemarie auszeichnet ist ihre Haltung der gelebten Solidarität , der Treue und der Beharrlichkeit. Für mich ist sie ist ein Beispiel gelebter Caritas." so Sophia Palkoska, Mitarbeiterin der Servicestelle Pflegende Angehörige.
"Wir gratulieren sehr herzlich und schließen uns dem Dank des Bürgermeisters an!"
"Und es geht doch!" Paraolympicsieger DI Dr. Christoph Etzlstorfer über den Umgang mit den Herausforderungen des Lebens (13.04.2011)

- Foto: Sandra Winzer

- Foto: Pflegende Angehörige
Er ist Weltrekordhalter, mehrfacher Weltmeister und Paraolympicsieger in verschiedenen Disziplinen des Rollstuhlsports - die Rede ist von DI Dr. Christoph Etzlstorfer. 1981 erlitt er durch einen Unfall im Schulsport eine Querschnittlähmung, seit 1984 nahm er mit großem Erfolg an zahlreichen großen Wettkämpfen in der Rollstuhl-Leichtathletik teil. In Kooperation mit dem kbw lud die Caritas Servicestelle für Pflegende Angehörige am 13. April zu einem äußerst interessanten Vortag von Etzlstorfer ins Pfarrheim Zwettl ein.
Unter dem Titel "Und es geht doch! Über die Herausforderungen des Lebens" vermittelte Etzlstorfer, dass Sport ein wunderbares Modell für das reale Leben sein kann. "Im Sport, in der Wirtschaft und auch privat unterliegt unser Leben einem ständigen Wandel. Oft können wir die Art und die Geschwindigkeit der Veränderungen bestimmen, manchmal passieren diese aber völlig unvorhersehbar und dramatisch. In diesen Krisen sind wir gefordert, uns damit auseinander zu setzen und zu reagieren. Dafür benötigen wir neben der Akzeptanz der eigenen Schwächen vor allem die Kenntnis und die Konzentration auf die eigenen Stärken." erklärte der vielfache Medaillengewinner.
Neben seinem aktiven Spitzensport ist DI Dr. Christoph Etzlstorfer Assistent am Institut für Organische Chemie an der Johannes Kepler Universität, Trainer von nationalen und internationalen Sportlern im Kraft- und Ausdauerbereich, Obmann des Rollstuhl-Sportclubs heindl OÖ sowie Referent über "Erfolg" und "Umgang mit Krisen" im Sportbereich, in Schulen und in der Wirtschaft.
Sein Weg dahin war durch das Setzen von positiv formulierten, eindeutigen und überprüfbaren Zielen möglich. Nur wer weiß, was er erreichen möchte, unternimmt die Anstrengung, sich dahin auf den Weg zu machen. Manchmal müssen Ziele adaptiert werden, oft ist es kein gradliniger Weg zum Erfolg - aber durch die Zielsetzung(en) bleibt man dran.
Die Frage, was Erfolg ist, kann nur jede/r für sich beantworten. Jeder Mensch hat eine persönliche Vorstellung davon. Für den einen ist es das Bestehen einer Prüfung, für den anderen das Gewinnen eines Tennismatches gegen einen bestimmten Freund oder eine Weltreise. Für alle aber gilt: Erfolg ist das Ergebnis von konsequenter Arbeit. Glück, Talent, Veranlagung, etc. mögen uns helfen - aber ohne etwas für den Erfolg zu tun, funktioniert es nicht. Dabei ist es wichtig, auch für das Erreichte Verantwortung zu übernehmen (Das habe ich gut gemacht. Morgen mache ich weiter) und es nicht als etwas Selbstverständliches anzunehmen. Oftmals neigen wir nämlich dazu, nur für das Scheitern am Erfolg Verantwortung zu übernehmen (ich habe versagt) und das Erreichte als normal oder Glück abzutun.
Krisen gehören zum Leben. Sie werfen uns aus der Bahn. Der Verlauf durch eine Krise ist durch folgende Phasen gekennzeichnet:
- Ursache: jede Krise hat eine Ursache, z.B. Unfall, Krankheit, Tod. Diese Auslöser erzeugt zunächst Schock. Bei Etzlstorfer war im Herbst 1981 ein überdrehter Saltosprung während des Turnunterrichts der Auslöser. Er kam nach 1 ½ Drehung auf der Matte zu liegen und konnte sich nicht mehr bewegen. Mit der Rettung kam er ins Unfallkrankenhaus, dort wurde ein Querschnitt diagnostiziert, d.h. das Rückenmark war im Halswirbelbereich durchtrennt. Die Lähmung von Beinen und Rücken sowie Einschränkungen bei den Händen sind die Folge. Als erste Reaktion auf eine Krise nimmt man sie nicht zur Kenntnis. Auch Etzlstorfer wollte die Einschränkungen nicht wahr haben.
- Aggression: Es folgt eine Phase der Aggression, gegen andere und gegen sich selbst.
- Depression: In der nächsten Phase folgt Niedergeschlagenheit und Selbstmitleid.
- Wendepunkt: Sobald man sich mit der Situation auseinandersetzt, neue Möglichkeiten erkennt, sich neue Ziele setzt, ist der Wendepunkt erreicht. Etzelstorfer musste aufgrund eines gebrochenen Halswirbels nach seinem Unfall 10 Tage lang mit einem Gewicht am Kopf bewegungslos im Bett liegen. Alle drei Stunden wurde er - um das Wundliegen zu vermeiden - um 180° gedreht, d.h. drei Stunden lag er bewegungslos auf dem Rücken und starrte auf die Decke, drei Stunden lag er auf dem Bauch und starrte auf den Boden. Nach 10 Tagen konnte der gebrochene Halswirbel operativ fixiert werden. Damit konnte Etzelstorfer wieder mobilisiert werden. Nach weiteren drei Wochen im Krankenhaus kam Etzelstorfer - nach wie vor völlig bewegungsunfähig - ins Reha Zentrum Bad Häring. Nach einiger Zeit dort kam der Wendepunkt: er akzeptierte, dass er wahrscheinlich nie wieder laufen können würde, er aber lernen konnte, sich mit dem Rollstuhl fortzubewegen.
- Neue Möglichkeiten, neue Ziele: Ab diesem Wendepunkt lernte er, sich im Bett selbständig umzudrehen, alleine vom Bett in den Rollstuhl zu kommen, etc. Nach 4 ½ Monaten konnte er das Rehazentrum verlassen (üblicherweise dauert dieser Prozess 8 Monate und länger). Ende April/Anfang Mai kam er zurück in seine Schulklasse, im darauffolgenden Jahr maturierte er, und erreichte damit eines der Ziele, die er sich bereits vor seinem Unfall gesetzt hatte.
Um Ziele zu erreichen, muss man von der Wichtigkeit der Ziele überzeugt sein. Es braucht grundsätzlich Freude an der Arbeit und Freude an den Ergebnissen. Konsequenz und Disziplin sind ebenso erforderlich, v.a. bei Routineaufgaben, bei denen die Freude am Tun häufig gering ist (wie z.B. beim Zähneputzen - wo man aber weiß, dass es langfristig besser ist, sich durch regelmäßiges Zähneputzen längere Zahnarztsessions durch Disziplin zu ersparen), wie Konzentration und Entspannung sowie Geduld und konstruktives Denken. Dabei soll man seine Einschränkungen akzeptieren, aber seine Fähigkeiten nutzen! Viele wissen, was sie nicht können, kennen also ihre Einschränkungen, jedoch nicht ihre Fähigkeiten. Oft hilft es, mit anderen Menschen darüber zu reden, denn sie sie haben eine andere Sicht und helfen die eigenen Fähigkeiten zu erkennen. Konstruktiv zu denken bedeutet, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Sicherlich sind wir immer wieder für andere (mit)verantwortlich, aber zuallererst sind wir für uns selbst verantwortlich, auch wenn es oft bequemer ist, die Verantwortung für sich selbst nicht zu übernehmen (ich bin so arm!). Nur man selbst hat es in der Hand, etwas zu verändern, um die Situation für sich besser zu machen!
Das Resumé dieses äußerst interessanten Vortrags: Erfolg ist, wenn man merkt: Und es geht doch!
Treffen der Gesprächsgruppenleiterinnen (24.6.2010)
Am 24. Juni 2010 folgten viele der in ganz Oberösterreich tätigen ehrenamtlichen Gesprächsgruppenleiterinnen der Einladung der Servicestelle Pflegende Angehörige zum Abschlusstreffen des Arbeitsjahres. Dieses Treffen hat eine langjährige Tradition und dient vor allem dem Erfahrungsaustausch der Gesprächsgruppenleiterinnen. Aber auch aktuelle Entwicklungen und Informationen, die für pflegende Angehörige relevant sind, werden besprochen. So wurde auch auf das neue Veranstaltungsangebot "P.A.U.L.A." hingewiesen. P.A.U.L.A. ist ein Kurs für Angehörige demenzerkrankter Menschen und wird seit Mai von der Servicestelle Pflegende Angehörige zu unterschiedlichen Terminen angeboten. Der nächste Kurs startet am 21. Juli 2010.
Heuer fand das Treffen in St. Isidor, Leonding, statt. Mag. Stefan Pimmingstorfer führte durch das Gelände und vermittelte einen tieferen Einblick in den großen Arbeitsbereich der Caritas für Menschen mit Behinderungen.
Der gemütliche Nachmittag, der auch eine Wertschätzung für die wichtige Arbeit der Gesprächsgruppenleiterinnen darstellt, klang mit Kaffee und Brötchen aus.
Vertraut und dennoch fremd - 28.5.2010
Unter dem Motto "Vertraut und dennoch fremd" wurde in der "Langen Nacht der Kirchen" am 28.5.2010 in der Hauskapelle des Seniorenwohnhauses Karl Borromäus den pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenzerkrankung eine Stimme gegeben.
In der von der Servicestelle Pflegende Angehörige und dem Seniorenwohnhaus Karl Borromäus gemeinsam organisierten Veranstaltung las Johanna Strasser Lötsch die sehr berührenden, von betroffenen Menschen geschriebenen Texte. Diese brachten die Sorgen und Nöte pflegender Angehöriger von an Demenz erkrankten Menschen humorvoll und nüchtern, schlicht und dramatisch zum Ausdruck.
Das Duo "FolkStrings" mit Walter Schindlbauer und Erwin Stürmer begleitete mit Gitarre, Gesang und Violine die gelungene Veranstaltung musikalisch und trug wesentlich zum sehr gehalt- und eindrucksvollen Abend bei.
Die BesucherInnen zeigten sich nicht nur von der Veranstaltung beeindruckt, sondern auch von dem wunderschönen Kirchenraum der Kapelle des Seniorenwohnhauses Karl Borromäus.
Hilfe fand ich in der Gesprächsgruppe!
Als pflegende Angehörige einer hoch betagten, demenziell erkrankten Mutter hat mir mein Arzt nahegelegt, Unterstützung in einer Gruppe von Gleichbetroffenen für mich zu holen. Er nennt mir ein gut geführtes Angehörigentreffen, in der ich sicherlich "gut aufgehoben" sei, wie er meint. Die Überforderung in der Pflege ist schon spürbar und so entscheide ich mich vorerst für einen "Schnupperabend", um mich zu überzeugen, dass diese Treffen für mich in meiner knappen Freizeit nicht noch ein zusätzlicher Termin für ein Plauderstündchen werden. Mein Anspruch ist, wieder reflektierter und freier in den Pflegealltag zu gehen.
Die Atmosphäre in dieser kleinen Gruppe ist ungezwungen. Sie besteht meist aus vier bis sieben Betreuenden und zwei Mitarbeiterinnen, die sich in ihrer Art und in ihren sozialarbeiterischen und medizinischen Kompetenzen bestens ergänzen und die Gruppe behutsam anleiten. Gegebenenfalls werden wir Pflegenden auch ermutigt und unterstützt, noch andere Dienstleistungen für pflegende Angehörige in Anspruch zu nehmen.
Es ist spürbar, dass in dieser gut strukturierten Gruppe auf respektvolles Umgehen miteinander wert gelegt wird. Liebevoll ist auch die Mitte unseres Kreises mit Blumen oder nach der Jahreszeit entsprechenden Symbolen gestaltet. Die Gespräche haben Tiefe und die Atmosphäre ist locker und humorvoll. Es gibt keine Wertung, auch wenn "Peinliches" oder Belastendes aus dem Pflegealltag angesprochen wird. Emotionen, Freude, Wut und Tränen haben Platz. In diesem großen Erfahrungs-Austausch kann ich auch meine Mutter immer wieder neu entdecken und die Beziehung zu ihr sogar als Bereicherung sehen.
Dieser regelmäßige Wissenstransfer, diese unterschiedlichen Sichtweisen tragen dazu bei, dass scheinbar unlösbare Probleme nicht "kultiviert" werden. Mitunter dient auch Humor als "Burn-out Schutz". Es ist viel Kraft spürbar. Vielleicht, weil nicht energieraubend gejammert wird. Verbundenheit ist zu spüren, weil trotz gemeinsamer Probleme unsere Individualität gewahrt bleibt.
Eine liebenswerte Geste "nach der Runde" ist die Einladung zur "Agape". In kürzester Zeit wird ein Tisch mit Imbiss und Getränken gedeckt und es bleibt uns frei, ob wir noch den Abend bei gutem Wein ausklingen lassen wollen.
Eine willkommene Abwechslung stellen auch die Treffen vor Weihnachten und vor der Sommerpause dar, die einfallsreich gestaltet werden. Von der Turmbesteigung des Doms bis zu überraschenden Ausflügen wird der Kreativität freier Lauf gelassen.
Kürzlich ist meine Mutter verstorben und ich besuche unsere Runde noch, um über meinen Verlust zu sprechen und über das Gewesene zu reflektieren. So darf ich nochmals Zugang zu meinem Schmerz bekommen und zu dem, wie sich das Leben gerade ausdrückt.
Somit lasse auch ich die gemeinsamen Abende "ausklingen". Zurück bleibt nun das Gefühl, in einer Gruppe gut aufgehoben gewesen zu sein.
Danke!
Marianne
"Zeit für mich, Zeit für dich!"
Pflegende Angehörige sind einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt und stellen dabei allzu oft ihre eigenen Bedürfnisse hinten an. Dass eine Unterbrechung des Alltäglichen aber Vergnügen bereiten kann und Kraft spendet, davon konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Abend für pflegende Angehörige am 20. April in der Bibliothek der Pfarre Garsten selbst überzeugen. Marlene Mayr, Leiterin der Servicestelle Pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege, zeigte eine bunte Palette an Möglichkeiten auf, sich selbst gut zu sein.
"Schüttelt es ab, lasst den Alltag hinter euch!", so die Ansage zu einer Gestik beim Tanz
"Swingin", der bei allen TänzerInnen heiteres Gelächter auslöste. Neben Tanzen standen aber auch Singen, Massieren oder Meditieren am Aktiv-Programm. Die Botschaft des Abends lautete klar: "Wenn es mir gut geht, dann geht es gut". Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten eine Handvoll selbst erprobter Anregungen mit nach Hause nehmen.
Der Abend wurde vom "Fachausschuss Caritas - Soziales - Dritte Welt" der Pfarre Garsten in Kooperation mit der RegionalCaritas Steyr-Land und der Servicestelle für Pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege veranstaltet.
Zuhören und verstehen

- Foto (v.l.): Karin Dallinger, Caritas-Gesprächsgruppenleiterin Grieskirchen, Margarete Kemptner, Regionalleiterin Mobile Familien- und Pflegedienste der Caritas, Marlene Mayr, Leiterin Servicestelle Pflegende Angehörige, Mag. Martin Eilmannsberger, Servicestelle Pflegende Angehörige, Direktor Georg Loimayr, Direktor der Sparkasse Grieskirchen. Foto: Caritas.
Sparkasse Grieskirchen unterstützt regionale Caritas-Angebote für pflegende Angehörige
(10.2.2010) Georg Loimayr, Direktor der Sparkasse Grieskirchen überreichte am 8.2.2010 einen Scheck über 1.500 Euro an Marlene Mayr, Leiterin der Servicestelle für pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege. Die Spende kommt aus dem Regionalfonds der Sparkasse OÖ. und unterstützt die regionalen Angebote im Bezirk Grieskirchen für pflegende Angehörige.
Karin Dallinger und Erika Pointner begleiten im Bezirk Grieskirchen seit neun Jahren pflegende Angehörige in Gesprächsgruppen der Caritas: "Zehn bis 15 Teilnehmerinnen besuchen unsere Treffen, die einmal im Monat im Kompetenzzentrum der Caritas für Betreuung und Pflege in Grieskirchen stattfinden. Es ist wichtig für diese Menschen, dass sie Gesprächspartnerinnen haben, die sie verstehen, weil sie sich in einer ähnlichen Situation befinden", betont Dallinger. "Wir freuen uns immer über neue Gesichter, so entsteht eine positive Dynamik."
Seit zwei Jahren gibt es auch in Gaspoltshofen eine Gesprächsgruppe, die von Berti Gaubinger und Aloisia Schön begleitet wird. Die ehrenamtlichen Leiterinnen erleben immer wieder, wie wichtig der Austausch für die Betroffenen ist: "Ich bin jeden Tag auf mich alleine gestellt. In der Gruppe kann ich mich mit Leuten austauschen, die die gleichen Erfahrung machen - das stärkt mich und baut auf", so eine Teilnehmerin.
80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Österreich werden von ihren Angehörigen zu Hause betreut und gepflegt. Ohne diesen "größten Sozialdienst" wäre die häusliche Pflege weder aus finanzieller noch aus organisatorischer Sicht zu bewerkstelligen. Für pflegende Angehörige bedeutet die Übernahme der Pflege aber häufig gravierende Veränderungen: Neben der schwierigen Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sind sie oftmals vor finanzielle und/oder organisatorische Hürden gestellt und starken psychischen Belastungen ausgesetzt. Nicht wenige Pflegende erbringen seit vielen Jahren (die durchschnittliche Pflegedauer liegt derzeit bei 7,5 Jahren) den Dienst am Nächsten bei teils sehr hohen Pflegestufen und stellen dabei ihre eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund. Soziale Kontakte nehmen ab. Isolation und Einsamkeit sind oftmals die Folge.
Hier greifen die Angebote der Servicestelle für pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege: psychosoziale Beratungen (seit 2007 werden sie auch im Kompetenzzentrum der Caritas in Grieskirchen angeboten), Gesprächsgruppen, Erholungstage und Veranstaltungen bieten diesen Menschen Orientierung, Kraft, Hilfe und Informationen, um ihren Alltag besser zu meistern.
Gesprächsgruppen für pflegende Angehörige:
Grieskirchen:
Jeden letzten Dienstag im Monat, 20 Uhr
Kompetenzzentrum der Caritas für Betreuung und Pflege, Grieskirchen
Information: Tel.: 0676/8776 2440, E-Mail: pflegende.angehoerige@caritas-linz.at
Psychosoziale Beratung für pflegende Angehörige:
Kompetenzzentrum der Caritas für Betreuung und Pflege, Grieskirchen
Tel. 0676/8776 2441, E-Mail: martin.eilmannsberger@caritas-linz.at
Gaspoltshofen:
Jeden zweiten Mittwoch im Monat, 20 Uhr
Pfarrheim Gaspoltshofen
Information: Tel.: 0676/8776 2440, E-Mail: pflegende.angehoerige@caritas-linz.at
Windhaag: Auszeit für pflegende Angehörige (16.1.2010)

- v.l.: Marlene Mayr, Servicestelle Pflegende Angehörige, Ernestine Bröslmeier, Gesunde Gemeinde, Gerda Steinecker, Leiterin FA Sozialcaritative Dienste, und Bürgermeister Erich Traxler
25 Personen, die zu Hause Angehörige pflegen und betreuen, folgten am 16.1.2010 der Einladung des Fachausschusses Sozialcaritative Dienste. Im Pfarrheim Windhaag erlebten sie einen interessanten und geselligen Nachmittag, den die Leiterin der Servicestelle Pflegende Angehörige der Caritas für Betreuung und Pflege, Marlene Mayr, gestaltete.
Neben Informationen zu den Angeboten der Caritas speziell für pflegende Angehörige bot der Nachmittag mit Tänzen, Liedern und einer Meditation Entspannung und Erholung von der alltäglichen Pflegearbeit.
11 Jahre Servicestelle Pflegende Angehörige
GEWACHSEN IN ALL DEN JAHREN
Am 11. November 2009 feierte die Servicestelle Pflegende Angehörige ihr 11 Jähriges Bestehen. Gemeinsam mit 40 aktiven und 30 ehemaligen GesprächsgruppenleiterInnen, mit Gästen aus der Politik, mit KooperationspartnerInnen und mit KollegInnen der Caritas in OÖ wurde auf die Anfänge und auf das Erreichte zurückgeschaut. Sehr erfreulich ist, dass durch die gemeinsame Arbeit von haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen die Anliegen Pflegender sichtbar gemacht wurden und ein differenziertes Unterstützungsangebot für sie entwickelt werden konnte. Eines dieser Angebote ist jenes von Gesprächsgruppen. Die Bedeutung dieser Gruppen wurde in einer Studie mit der Fachhochschule Linz kürzlich untersucht. Die Ergebnisse bestätigen einen sehr hohen Nutzen für die Betroffenen, für die dabei der Austausch und die Psychohygiene im Vordergrund stehen.
Musikalisch umrahmt wurde die feierliche Veranstaltung vom Caritas-Chor unter der Leitung von Johanna Strasser-Lötsch. Kabarettist Bernhard Mühlbachler vom Landesverband für Amateurtheater begeisterte mit seiner Vorstellung das Publikum.
Servicestelle für Pflegende Angehörige
Bethlehemstraße 56 - 58
4020 Linz
Tel. 0676/8776 - 2440
pflegende.angehoerige@caritas-linz.at
Standort Zwettl
Niedergarten 7
4180 Zwettl
Tel. 0676/8776 - 2443
irmentrud.grininger@caritas-linz.at









